Autor

Tommie Goerz

Tommie Goerz heißt im richtigen Leben Dr. Marius Kliesch, ist gebürtiger Erlanger (1954), verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Nachdem er sich in 14 Schuljahren zum Abitur gequält hatte (1961-1975), studierte er, nachdem es mit einer Ausbildung zum Restaurator nicht geklappt hatte, erst vier Semester Jura und sehr intensiv Kneipenwesen, anschließend (inkl. Promotionsstudium) 24 Semester Soziologie, Philosophie, Politische Wissenschaften. Finanzierung des Studiums u. a. als Umzugshelfer, Dachdecker, Automatenwart, Küchenkraft, Postsortierer, Schaltschrankbauer, Tankwart, Beerdigungs-, Hochzeitsmusiker (Gitarre und Klarinette) sowie als Straßenmusiker (Cello-Duo), Fenstermonteur, als Schallplattenvertreter in Nordbayern für Trikont und Schneeball (Musik im Vertrieb der Musiker mit u. a. Embryo, Missus Beastly, Sparifankal, Ton, Steine, Scherben, RealAx-Band, Brühwarm) sowie als erst studentische, dann wissenschaftliche (1985-1987) Hilfskraft bei Prof. H. R. Ganslandt, Recherche für die 4-bändige Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Kein Wunder, dass das Studium so lange dauerte. Abschluss zum M. A. 1985. Ab da Arbeiten an der Promotion und Vater.
1987-1989 Leitung eines Forschungsprojektes zur visuellen Wahrnehmung (Binokuläre Rivalität und Psychodiagnostik) bei Prof. Erzigkeit an der Psychiatrischen Klink der FAU Erlangen Nürnberg, gleichzeitig 1985-1989 Promotion (Summa cum laude) bei Prof. Matthes – und dann gab es keine Jobs.
Also: Bewerbungen über Bewerbungen. Ergebnis:
“35 Jahr senns scho? Da senns für an Berufsanfänger vill zu alt.” “Und promoviert senns ah? Ner senns eh überqualifiziert.”
Puma antwortete damals auf eine Bewerbung als Soziologe: »Wir brauchen keine Zoologen.« Kompetenz halt.
Vorschlag des Arbeitsamtes damals: Umschulung zum Bogenbauer für Streichinstrumente. Auch gut. Also wählte er den denkbar sinnleersten Job und ging in die Werbung.
1989 – 2009 Kreativer und Texter bei Publicis, einem der weltgrößten Agenturnetzwerke, zuletzt als Creative Director. Zahlreiche Kreativpreise, u. a. BoB Silber (1997), Campaign of the Year Siemens (1997), Branchensieger JdW (2004), Publicis Grand Award (2007), Bronzener Löwe Cannes (2007).
Parallel 2000-2006 Mitautor und -verleger des Fußballkalenders „Anstoß“, bis Bertelsmann versprach, das Projekt zu übernehmen – und vom Markt nahm.
Mehrfach Wahlkampfmanager, u. a. für Dr. Maly, Nürnberg).
2006 Koautor des Fachbuchs „Die lebende Immobilie“.
2009-2017 erst Lehrbeauftragter für Text und Konzeption an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, danach Dozent für selbiges an der Faber-Castell-Akademie Stein, parallel dazu Unternehmens- und Kommunikationsberater sowie fünf Jahre lang jeweils 14 Tage ehrenamtlicher Hüttenwirt im Tessin (Capanna Alzasca, SAC Locarno), was bedeutete: allabendlich für 15-30 Personen ein 5-Gang-Menü auf einem kleinen Holzherd zaubern. Das Leben sollte ja auch Spaß machen.
Seit 2010 Krimiautor und Erfinder des urfränkischen Kommissars Friedemann „Friedo“ Behütuns. Lesungen aus seinen „Bierkrimis“ zusammen (als Bassist) mit der Band »Hans, Hans, Hans und Hans«, Fränkische Kabarettmusik und Kriminelle Lieder.
2013-2017 parallel zur Autorentätigkeit Text und Konzeption in Teilzeit bei hl-Studios Tennenlohe.
Seit Ende 2017 ausschließlich Autor und Privatier. Im Sommer 2020 arbeitete er fünf Wochen als Knecht auf einer kleinen Alpe in den Bergen des italienischen Piemont (Alpe Nembro und (Hoch-)Alpe Veglia) und lernte Melken und Käsen. Außerdem braut er drei bis vier Mal im Jahr eigenes Bier, hat eigene Schnäpse (Zwetschge, Weintraube, Ringlo), malt (Aquarell, Öl), druckt (Linol, Holz, Blei), hat ein mit Schafwolle gedämmtes Holzhaus gebaut und eigentlich immer zu Tun.

2010 erschien bei ars vivendi Goerz’ erster Krimi Schafkopf. Auch in den Folgebänden Dunkles (2011), Leergut (2011), Auszeit (2012), Einkehr (2013), Schlachttag (2015), Nachtfahrt (2018), Stammtisch (2019) und Sandmann (2020) ermittelt der Nürnberger Kommissar Friedo Behütuns.

2015 erschien der Kurzkrimiband Der Tod kommt schnell und 2017 mit Auf dem Keller eine Hommage an die fränkische Kellerkultur und die Fränkischen Wirtinnen und Wirte.

Ende November 2019 erschien – mit Fotos von Walther Appelt und ebenfalls im ars-vivendi-verlag – In fränkischen Wirtshäusern, eine Würdigung der fränkischen Wirtsleute und Wirtshauskultur.

Sein Roman Meier (1. Auflage Februar 2020) wurde im Mai 2020 vom MDR zum »Krimi des Monats« gekürt, in Sommer und Herbst schaffte es das Buch zweimal in die Krimibestenliste von FAZ und Deutschlandradio Kultur – und schließlich wurde es mit dem Friedrich-Glauser-Preis 2021 ausgezeichnet.

Mitte November 2020 erschien – wiederum mit Fotos von Walther Appelt und ebenfalls im ars-vivendi-verlag – mit Tante Emma lebt – Zu Besuch in kleinen fränkischen Läden eine Liebeserklärung an die letzten noch existierenden Tante-Emma-Läden Frankens – und ein klares Plädoyer für den regionalen Einzelhandel.

Im April 2021 erschien mit Das letzte Bier ein neuer Band mit Kurzkrimis.